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Förderverfahren

Selbsthilfekontaktstellen sind überwiegend örtlich oder regional arbeitende, professionelle Beratungseinrichtungen mit regelmäßigen Öffnungs- und Sprechzeiten, die die Interessen und die infrastrukturelle Unterstützung von Selbsthilfegruppen wahrnehmen.

Die dort tätigen, hauptamtlichen Mitarbeiter gewährleisten eine bedarfsgerechte, kontinuierliche und auf die Bedürfnisse der Betroffenen und ihrer Angehörigen abgestimmte Beratungstätigkeit. Sie vereinen somit unter einem Dach Funktionen als Anlaufstelle, Koordinatoren aber auch Wegweiser für die Stärkung von „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Sie können in unterschiedlichen Organisations- und Trägerschaftsstrukturen geführt werden, z. B. als Eingetragener Verein, in Kommunaler Trägerschaft, unter dem Dach des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes oder auch einer GmbH.

Selbsthilfekontaktstellen sind als Streiter in der Sache im gesundheitspolitischen Geschehen sehr präsent und stellen somit einen wichtigen Pfeiler in der Selbsthilfelandschaft dar.

Gern bezuschussen wir als gesetzliche Krankenkassen (GKV) diese wichtige Arbeit – zwei Förderstränge sind möglich:

  1. Pauschalförderung (Kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung)  
  2. Projektförderung (Krankenkassenindividuelle Förderung)  

 

Diese Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit wir Ihre Selbsthilfekontaktstelle fördern können:

  • Ihre Kontaktstelle hält bereichs-, themen- und indikationsgruppenübergreifende Unterstützungsangebote zur methodischen Anleitung, Unterstützung und Stabilisierung von Selbsthilfegruppen bereit.
  • Ihre Einrichtung ist für alle im Krankheitsverzeichnis aufgeführten Krankheitsgruppen offen. Ein Verzeichnis der Krankheitsbilder finden Sie in Anlage 2 des Leitfadens oder direkt  hier: Anlage 2 Leitfaden
  • Sie unterstützen mit Ihrer Arbeit aktiv Betroffene, die eine Selbsthilfegruppe gründen möchten, oder betroffene Personen, die auf der Suche nach einer für sie passenden Gruppe sind.
  • Mit der Zurverfügungstellung z. B. von eigenen Räumlichkeiten bieten Sie auch infrastrukturelle Hilfen an.
  • Sie fördern Kooperationen, vermitteln Kontakte und vernetzen Angebote in Ihrer Region.
  • Ihre Beratung und Praxisbegleitung bieten Sie kostenlos an.
  • Als Wegweiser im System der vielfältigen Unterstützungsangebote möchten Sie Motivation, Eigenverantwortung und gegenseitige freiwillige Hilfe stärken.

Neben diesen allgemeinen Merkmalen muss die Selbsthilfekontaktstelle auch besondere Fördervoraussetzungen erfüllen. Eine entsprechende Aufzählung finden Sie unter Punkt A.5.4 im Leitfaden .

 

Ausschluss der Förderung

Einige Einrichtungen/Institutionen, die die bisherigen Kriterien nicht erfüllen, sind von einer Förderung nach § 20h SGB V ausgeschlossen. Hierzu gehören insbesondere:

  • Wohlfahrts-/Sozial-/Verbraucher-/Berufs- oder Fachverbände
  • Patientenberatungsstellen
  • Hospizdienste
  • Kuratorien, Stiftungen, Fördervereine
  • Beratungseinrichtungen
  • Einzelpersonen
  • Unterstrukturen von Selbsthilfeorganisationen (z.B. Arbeitsgruppen etc.)
  • Ausschließlich im Internet agierende Selbsthilfeorganisationen. Für Dachorganisationen besteht die Besonderheit, dass diese in der Gemeinschaftsförderung keine Fördermittel erhalten können. In der kassenindividuellen Förderung ist eine Förderung unter bestimmten Voraussetzungen jedoch möglich. Mehr hierzu erfahren Sie im Leitfaden (B.2.4.)
  • Die Aufzählung ist nicht abschließend, weitere Informationen erhalten Sie im Leitfaden (A6)

 

Förderfähigkeit

Ein Rechtsanspruch auf Förderung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe nach § 20h SGB V besteht nicht. Wir bemessen die Förderhöhe immer nach

  • dem Einzelfall
  • den insgesamt zur Verfügung stehenden Fördermitteln
  • der Anzahl der eingegangenen förderfähigen Anträge
  • sowie dem nachvollziehbaren Förderbedarf der Antragsteller.

Unsere Förderbeträge bilden generell einen Zuschuss für die Gesamtkosten der Selbsthilfekontaktstellen: Eine Vollfinanzierung der Aktivitäten ist rechtlich nicht vorgesehen.

Förderbeträge können von uns zurückgefordert werden, wenn sich Angaben als unrichtig erweisen oder wenn Fördergelder zweckentfremdet werden.

Tipp: Fragen Sie deshalb einfach bei Unklarheiten rechtzeitig bei Ihrem Ansprechpartner nach.

 

Transparenz

Die Krankenkassen und Ihre Verbände sind verpflichtet, die Höhe der zur Verfügung stehenden Fördermittel für das Förderjahr sowie die verausgabten Fördermittel des Vorjahres transparent zu machen.

Die Veröffentlichung dieser Daten erfolgt in Baden-Württemberg für die kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung mittels Jahresberichten sowie Übersichtslisten. Die Übersichtslisten finden Sie unter der Rubrik Grundlagen, Jahresübersicht Fördermittel.

In der kassenindividuellen Förderung informieren die Krankenkassen und/ oder ihre Verbände jeweils in eigener Verantwortung, z.B. im Internet, über die verfügbaren und verausgabten Mittel.